Neue Bestimmungen zu Non Performing Loans (inkl. Risikovorsorge-Backstop) und Forbearance

Seit dem EBA ITS „On Supervisory reporting on forbearance and non-performing exposures“ im Jahr 2014 haben sich die aufsichtlichen Erwartungen an die Erkennung  von, und den Umgang mit notleidenden Krediten seitens der European Banking Authority und der Europäischen Zentralbank deutlich weiterentwickelt, bzw. verschärft. Konkretisierungen hierzu gab es vor allem im März 2017 (EZB-Leitfaden für Banken zu notleidenden Krediten) und im März 2018 (EBA CP on Guidelines on management of non-performing and forborne exposures). Dies schlägt in Teilen bereits seit März 2018, umfänglich dann später mit der nächsten CRR auf die im EWR ansässigen Bankinstitute durch. Dabei kann nur vordergründig Entwarnung für nicht-systemrelevante Institute in Deutschland gegeben werden: Die Branche ist sich weitestgehend einig, dass der EZB-Leitfaden zur neuen Benchmark der deutschen Aufsicht werden wird!

NPL-Management & Governance

Notleidende Kredite haben – laut eigener Aussage (u.a. auf deren Homepage) sowohl für die EBA als auch die EZB in 2018 weiterhin höchste Priorität. Entsprechende Leitfäden bzw. draft versions mit konkreten Maßnahmenkatalogen wurden bereits formuliert und deren Inklusion in die nächste CRR erscheint unstrittig. Banken mit hohen NPL Beständen sollen eine klare Strategie zum Abbau dieser Bestände formulieren, umsetzen und überwachen. Im Rahmen dieser Strategie sind klare quantitative Ziele innerhalb eines festen zeitlichen Rahmens zu definieren. Durch Einbindung dieser Ziele in die NPL-Strategie sollen Prozesse auf allen Organisationsebenen gestärkt werden. Steuerungs- und Entscheidungsprozesse müssen auf die NPL-Strategie abgestimmt werden. Im Zuge der aus dem Operational Risk bereits bekannten „3 Lines of Defence“ wird die Überwachung der NPL-Strategie, der NPL-Prozesse inkl. der Wirksamkeit von definierten Frühwarnindikatoren fortlaufend auf den Prüfstand gestellt. Hierbei müssen vor allem systemrelevante Institute zusätzlichen Offenlegungsanforderungen genügen.

Forbearance

Das Thema Forbearance ist sicherlich per se nicht neu. Doch sind faktisch alle Institute gemäß dem EZB-Leitfaden unabhängig von ihrem NPL-Bestand angehalten, ihre Forbearance-Maßnahmen zu überprüfen. Zu dieser Überprüfung gehören sowohl die Ausgestaltung von Forbearance-Maßnahmen in Anlehnung an Subportfolio-Klassen, die NPV-basierte Unterstützung für die Entscheidungsfindung von Forbearance-Maßnahmen sowie das Backtesting der Maßnahmen (um einer Verschleierung bzw. verschleppten Zählung von Ausfällen vorzubeugen) als auch die Überwachung der Statusübergänge anhand von Migrationsmatrizen für Forbearance und NPL. 

Risikovorsorge-Backstop

Unabhängig vom NPL-Bestand der Banken haben sowohl die EZB als auch die EBA ihre Erwartungen an eine konservative Risikovorsorge für notleidende Exposures formuliert. Institute müssen für neu als NPL klassifizierte Exposures innerhalb einer gewissen Frist eine vollständige Risikovorsorge aufbauen, solange diese Exposures weiterhin als notleidend gelten. DIES GILT FAKTISCH AB SOFORT! Auch wenn sich der Aufbau von der minimalen bis zur vollständigen Risikovorsorge derzeit (Stand Sommer 2018) in den Vorgaben der EZB und der EBA unterscheidet: Diskutiert werden momentan lineare und progressive Modelle, um den Klippeneffekt am Ende der Frist zu verhindern. Betroffene Institute müssen sicherstellen, beide Vorgaben gleichermaßen zeitnah erfüllen zu können. Wir helfen Ihnen gerne dabei!


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